Bonifatius - Das Musical

Bonifatius – Das Musical

Musik/Liedtexte: Dennis Martin · Libretto: Zeno Diegelmann
Regie: Stefan Huber · Choreographie: Danny Costello · Projektionen: Oscar®-Preisträger Sven Sauer
Bühnenbild: Timo Dentler · Kostüme: Okarina Peter · Lichtdesign: Pia Virolainen
Hauptdarsteller: Reinhard Brussmann, Sabrina Weckerlin, Friedrich Rau

Neuinszenierung: 22.-28. August 2019 auf dem Domplatz Fulda
Uraufführung: 3. Juni 2004 im Schlosstheater Fulda

Inhaltsangabe „Bonifatius – Das Musical“

Erster Akt

Germanien im 8. Jahrhundert. Bischof Bonifatius, von Papst Gregor mit dem Auftrag belegt, im heidnischen Germanien den Glauben Christi zu verkünden, befindet sich zusammen mit seinem Schüler Sturmius auf der Reise zum fränkischen Hausmeier Karl Martell.
Sie bitten ihn um Schutz und Unterstützung für ihre zukünftigen Missionierungsversuche und um einen Ort, von dem aus sie agieren können. Karl Martell überschreibt ihnen ein verlassenes Königsgut in der chattischen Buchonia.

Darüber hinaus stellt er Bonifatius seine beiden Söhne Karlmann und Pippin als Schutz an dessen Seite. Martell hofft, dass die beiden in der Hand des Kirchenmannes zu Männern reifen.

Am Königsgut angekommen, lernen sie Alrun und Luidger kennen, die das einzig intakte Gebäude, eine zugehörige Schänke, bewirten. Alrun fühlt sich stark zu Sturmius hingezogen und auch in ihm regen sich bisher unbekannte Gefühle für das hübsche Mädchen.

Die Idylle wird jedoch jäh von den „Heerscharen des Odin“ unterbrochen, die tosend an der Schänke vorbeiziehen. Luidger klärt die Anwesenden über diese mordenden und brandschatzenden Männer auf, die unter der Führung des friesischen Herzogs Radbod stehen. Radbod und seine Gefolgsleute sind auf dem Weg zu einem ihnen heiligen Ort, an dem sie der heidnischen Donar-Eiche huldigen wollen.

Bonifatius macht sich mit seinen Treuen auf den Weg, um Zeuge dieses Rituals zu werden. Einem Hohepriester gleich huldigt der Heidenherzog Radbod dem Stammesgott Donar. Sein Gefolge feiert seine Götter mit rituellem Tanz und Gesang. Bonifatius schreitet ein und zieht dadurch den Zorn Radbods auf sich. Zwischen beiden entbrennt ein Streitgespräch, welches darin gipfelt, dass Bonifatius eine Axt zur Hand nimmt und mit einem Schlag die dem Gott Donar geweihte Eiche fällt. Durch den Fall der Eiche versucht er den Heiden, die Nichtexistenz ihrer Götter zu beweisen. Ehrfürchtig unterwerfen sich die Heiden der Macht des „Christengotts“.

Die Erfolgsgeschichte des Bonifatius scheint sich fortzusetzen, als seine Cousine Lioba aus dem fernen England eintrifft, um ihn bei der Missionierungsarbeit zu unterstützen. Am nahe gelegenen Fluss Fulda tauft er die Heiden, die ihren Göttern abschwören sollen. Doch die Taufe wird von einer Mutter gestört. Sie wirft der christlichen Kirche vor, sich am Volk zu bereichern und es zu unterdrücken. Im Besonderen meint sie damit Bischof Gewilip von Mainz, der ihren Mann auf dem Gewissen hat. Dieser hat sich zu Tode geschunden, um die Steuern für den Kirchenmann aufbringen zu können. Bonifatius ist entsetzt. Er erkennt, dass die Heiden sich nicht aus Glauben und Überzeugung haben taufen lassen, sondern aus Angst und Einschüchterung. Er beginnt, den Weg und die Art seiner Missionierung in Zweifel zu ziehen. Er beschließt, persönlich nach Mainz zu reisen, um sich ein eigenes Bild von den dortigen Zuständen zu machen.

In Mainz angelangt, trifft Bonifatius auf Bischof Gewilip, der hier seinem dekadenten Leben frönt. Der den weltlichen Dingen zugewandte Gewilip schert sich nicht um Glauben oder Kirche und tritt dem stringenten Bonifatius äußerst abweisend gegenüber. In einem Streitgespräch droht Bonifatius dem Bischof damit, dass sein dekadentes Leben als Kirchenfürst nun ein Ende habe und er ihn durch den Papst absetzen lassen werde.
Erfüllt von Selbstzweifeln betet Bonifatius in dieser Nacht im Gebet zu Gott um die nötige Kraft, den schweren Aufgaben gerecht zu werden und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Er übergibt seinem Schüler Sturmius zwei Depeschen, die er Papst Gregor II. überbringen soll. Eine Depesche hat die Absetzung Gewilips zum Inhalt und die andere das Gesuch, in der Buchonia ein sich selbst verwaltendes Kloster errichten zu dürfen. Zusammen mit Karlmann und Pippin macht sich Sturmius auf den beschwerlichen Weg nach Rom.

Zweiter Akt

In Rom angekommen, erläutern Sturmius und seine beiden Begleiter dem Papst ihr Gesuch und unterstreichen die Dringlichkeit ihres Anliegens. Papst Gregor II. lässt sich die Zustände in Germanien genau schildern und gibt den Gesandten daraufhin seinen Segen für die Errichtung des Gotteshauses und den Auftrag zur Absetzung Gewilips.
Während Sturmius sich mit Karlmann und Pippin wieder auf den Rückweg begibt, findet in der heimatlichen Buchonia ein Gespräch zwischen Lioba und Alrun statt. Lioba erläutert Alrun, dass Sturmius Verpflichtungen einging, als er sich für das Mönchsleben entschied. Am Abend lassen Sturmius und Alrun träumerisch ihren Sehnsüchten freien Lauf.

Sturmius und die beiden Brüder, Karlmann und Pippin, kehren aus Rom zurück und machen Halt in Mainz, wo sie Gewilip die Amtsenthebungsurkunde und die Exkommunion durch den Papst überreichen. Der abgesetzte Bischof gerät in Rage und schwört Rache.

Die drei Gefährten kehren zu Bonifatius zurück. Sie berichten ihm, dass der Heilige Vater dem Wunsch des Klosterbaus entsprochen hat und Gewilip die Bischofswürde entzogen wurde. Glücklich über die positive Entwicklung malen sie sich aus, wie das Kloster wohl aussehen wird und welche Signalwirkung dies für die gesamte Region haben wird. Die Kreuzsetzung des Klosters bildet den Höhepunkt einer freudigen Feier.

Der entmachtete Gewilip schmiedet indes einen teuflischen Plan und wendet sich seinem eigentlichen Feind, dem Heidenherzog Radbod, zu. Er bietet ihm an, Bonifatius in eine Falle zu locken, in der ihn Radbod töten soll. Radbod verachtet Gewilip, der einen Verrat in eigenen Reihen begehen will, doch er erkennt die Chance, sich endgültig Bonifatius’ zu entledigen. Er geht auf den Vorschlag ein ...

Bald darauf erhält Bonifatius einen Brief des Papstes aus Rom, der den Auftrag beinhaltet, im friesischen Dokkum seine Missionsarbeit fortzusetzen. Pflichtbewusst macht sich Bonifatius auf den Weg und nimmt Luidger als Weggefährten mit, während Sturmius den weiteren Bau des Klosters beaufsichtigen soll.

Nur kurze Zeit später überbringt ein Bote den schriftlichen Auftrag mit päpstlichem Siegel, sich von Bonifatius höchstpersönlich die Zustände in Mainz und den Klosterbau zu Fulda näher erläutern zu lassen. Den Anwesenden wird klar, dass ein Betrug vorliegt. Wer könnte einen Nutzen aus diesem falschen Spiel haben? Nur einem hochrangigen Kirchenmann ist das Siegel des Papstes bekannt und nur ein solcher könnte es somit fälschen: Gewilip! Sofort macht sich Sturmius zusammen mit seinen Gefährten und dem Boten aus Rom auf den Weg, um Bonifatius einzuholen und das Schlimmste noch abzuwenden.

Bonifatius und Luidger haben währenddessen das friesische Land erreicht. Der Missionar wird von einer Todesvision heimgesucht. Doch Bonifatius fürchtet sich nicht, denn er ist sich sicher, sein Leben in die Hände des Herrn zu legen. Plötzlich tauchen Radbod und seine Mannen auf. Luidger versucht, sich schützend vor Bonifatius zu stellen, und wird im Kampf getötet. Von Luidgers Tod erschüttert, sieht Bonifatius seinem Martyrium entgegen und fordert den Heidenherzog auf, sein Werk zu vollenden. Radbod erkennt die Gefahr, Bonifatius unsterblich zu machen. Seine Gefolgsleute hetzen ihn jedoch auf und auch Gewilip, der das Zögern bemerkt, drängt ihn dazu, seinen Teil des Pakts zu erfüllen. Schließlich gibt Radbod dem Druck nach und streckt Bonifatius nieder. Gewilip bleibt alleine bei dem im Sterben liegenden Missionar zurück. Verhöhnend genießt er den Moment seines anscheinenden Triumphes.

Zu spät erreichen Sturmius und seine Gefährten die Szenerie. Als der Gesandte des Papstes Gewilip wegen Hochverrates verhaften will, begeht dieser feigen Selbstmord.
Bonifatius liegt sterbend in den Armen seines Schülers und bittet diesen, sein Werk fortzuführen. Schweren Herzens bekräftigt auch Alrun diese Bitte, da der Tod Luidgers und Bonifatius’ nicht umsonst gewesen sein soll.

Noch einmal stellt sich Bonifatius den Fragen seines Lebens und dessen Sinn. Er zieht das Fazit, dass die besondere Fähigkeit des Menschen darin besteht, an das Gute und an sich selbst glauben zu können.